Wozu überhaupt eine Regiowährung?


Regiogeld ist ein ergänzendes Zahlungsmittel zur offiziellen Währung, in unserem Fall zum Euro, das nur in einer abgegrenzten Region nutzbar ist.

  • Zusätzliche Regeln dienen der Förderung des Umlaufs (Umlaufimpuls durch gewollten „Wertverfall“).
  • Ein Abschlag beim Rücktausch zum Euro, der für gemeinnützige Zwecke verwendet wird, macht das Regiogeld für bestimmte gemeinwohlorientierte Nutzer zusätzlich attraktiv.

Das Regiogeld funktioniert als ein Instrument im regionalwirtschaftlichen Wirkungszusammenhang und dient dabei mehreren Zielen:

  • Wenn die Kundin oder der Kunde die Wahl hat, dann gibt sie/er bei einem regionalen Anbieter, der sich am Regiowährungssystem beteiligt, tendenziell lieber das umlaufgeförderte Regiogeld aus, denn das verliert ja in Schritten an realem Wert.
  • Regionale Anbieter werden gegenüber den überregionalen Anbietern durch verbesserte Kundenbindung bevorzugt; dadurch wird die Vielfalt des regionalen Angebots gestärkt.
  • Ein vergrößertes regionales Angebot fördert eine Verkürzung der Transportwege innerhalb der Region und festigt die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Akteuren. Das kann weitere Angebote wecken und hervorbringen.
  • Die Nutzung des Regiogeldes verschafft den Nutzern unter dem Blickwinkel regionaler Identität und regionaler Wirtschaftsförderung ein positives Image. Dies unterstützt das betriebliche Marketing der beteiligten Unternehmen und das Image der Region nach außen gegenüber anderen Regionen.
  • Das Regiogeld fließt dadurch in geringerem Umfang aus der Region ab, es wird stärker an die Region gebunden.
  • Die Erfahrung mit dem Chiemgauer zeigt: Regiogeld regt zu mehr Kommunikation zwischen den wirtschaftlich Handelnden an, und es unterstützt Vorsorgebestrebungen dadurch, dass es Menschen – jenseits des rein Materiellen – untereinander in Verbindung bringt.
  • Langfristig können die Kommunen aufgrund der verstärkten Steuereinnahmen aus der Region ihre Haushaltssituation entspannen.
  • Die Region bleibt zwar weiterhin mit dem Euro verbunden, sie stärkt aber mit der Regiowährung ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit und ihre Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegenüber den immer wieder auftretenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und anderen ungünstigen überregionalen ökonomischen Einflüssen – als wichtiges Fundament für die heimische Exportwirtschaft.